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Der Amazonas 

Der Amazonas stimmt mit unserer gängigen Vorstellung von einem Fluss nicht überein. Er fließt nicht einfach
in seinem Flussbett, begrenzt von Ufern. Jahr für Jahr überschwemmt er für Monate den Dschungel rechts und
links auf einer Fläche bis zu 100 Kilometer breit. Der Amazonas wird deshalb häufig als Wasserlandschaft bezeichnet. Während der Überschwemmungsmonate verschwinden ganze Urwaldinseln unter den Wasser-
massen und tauchen erst nach Monaten bei sinkendem Wasserspiegel wieder auf.

Die Quellflüsse des Amazonas entspringen in 5000 Meter Höhe in den peruanischen Anden. Dann suchen sie
sich als winzige Bäche ihren Weg über Felsen und durch Schluchten, stürzen in engen Felsbetten hinab und vereinen sich bald zum Amazonas.

Die Dimensionen dieses Stromes sind kaum vorstellbar: Nach Schätzungen wird der Amazonas aus 100.000 Nebenflüssen gespeist, von denen 1.100 größere Flüsse sind, 10 von ihnen würden jeder für sich aufgrund der Länge und der Wassermenge den Rhein in den Schatten stellen. Der Amazonas fließt fast durch den ganzen südamerikanischen Kontinent und bildet das größte Flusssystem der Erde. Das Amazonasgebiet ist weit
größer als die Fläche Europas.


Süßwassermeer

Nach fast 7.000 Kilometern schiebt der Amazonas seine Wassermassen in den Atlantik. Dabei strömt aus
seiner Mündung ein Fünftel des gesamten Süßwassers der Erde. Das Flusswasser drängt das Salzwasser
des Meeres fast 200 Kilometer weit in die See hinaus.

Das Flussbett ist so tief, dass selbst Überseeschiffe 3.700 Kilometer weit den Dschungelfluss hinauf fahren können. Selbst über 1.500 Kilometer landeinwärts ist der Fluss stellenweise noch 10 oder 11 Kilometer breit.
Das riesige Amazonas-Flusssystem, mit der unübersichtlich großen Zahl von Nebenflüssen, nimmt etwa die
Hälfte Brasiliens ein und Flächen von 8 weiteren südamerikanischen Ländern. In seinem über 4.000 Kilometer langen Lauf durch das mit Dschungel bewachsene Amazonasbecken hat der Amazonas nur ein Gefälle von
knapp einem halben Zentimeter pro Kilometer. Das Flusssystem gleicht deshalb in weiten Teilen einem
Binnensee.


Manáus - Industriestadt im Amazonas-Zentrum

Entlang des Flusssystems gibt es nur wenige Städte, die vereinzelt im Dschungel liegen. Sie haben ausnahms-
los einen mehr oder weniger großen Hafen. Im 17. Jahrhundert gründeten die Portugiesen in der Frühzeit ihres Königreiches Brasilien alle diese Städte. Mitten im Zentrum des riesigen Amazonas-Dschungels liegt Manáus.
Sie ist die bekannteste Stadt am Amazonas. Um 1900 kam Manáus zu ansehnlichem Reichtum, als Kautschuk begehrt war und gute Preise erzielte. Der Kautschuk wurde von den Dschungelbäumen gezapft. Manáus war
die zweite Stadt in Brasilien, die Elektrizität bekam. Aber nach kurzer Zeit, um 1920, war der Kautschukboom vorbei. Das prachtvolle Opernhaus und die breiten, gepflasterten Straßen verfielen Jahr um Jahr und wurden zu Überbleibseln einer reicheren Zeit.

Heute ist Manáus wieder eine der größten Städte Brasiliens, mit 1,4 Millionen Einwohnern. Hier werden viele elektronische Konsumwaren wie Fernseher oder Videogeräte, aber auch Motorräder hergestellt. Und Manáus
ist wie eh und je Ausgangspunkt für Forschungsreisen in den Dschungel, Treffpunkt für Abenteurer und
Reisende. Von hier aus lässt sich der Regenwald entlang der Flüsse entdecken. Im Amazonas reist man nicht
auf Straßen, sondern auf dem Wasser. Die Flüsse sind die Straßen des Dschungels: 80.000 Kilometer
insgesamt sind schiffbar auf dem Amazonas und seinen zahlreichen Nebenflüssen.


Wasser erstaunlich klar

Wer sich in dem weiten Netz der unterschiedlichen Flüsse und Nebenflüsse bewegt, ist überrascht und erstaunt über die unterschiedlichen Farben der Flüsse. Jahrhunderte lang waren Forscher aus der Wildnis zurück
gekehrt und hatten von schwarzen und weißen Flüssen erzählt. So hat auch der deutsche Forscher Alexander
von Humboldt auf seiner Reise durch das Amazonasgebiet um das Jahr 1800 von Schwarz- und Weisswasser-
flüssen geschrieben. Tom Sterling bezeichnet in dem Time-Life-Buch „Der Amazonas“ die weißen Flüsse als schmutzig gelb, etwa wie die Farbe einer „dünnen Erbsensuppe“. Das Wasser in den als schwarz bezeichneten Flüssen sei eher rot und sehe aus wie starker Tee. Doch die schwarzen Flüsse seien überraschend klar, denn
die Farbe sei keineswegs gleichbedeutend mit schmutzig, sondern gehe auf den feinen Humus im Fluss zurück.

Die schwarzen und blaugrünen Flüsse sind deshalb so klar, weil sie praktisch keine Schwebstoffe enthalten.
Sie gehören zu den reinsten Gewässern der Welt. „Man kann sich über den Bootsrand lehnen und so unbesorgt aus dem Fluss trinken wie aus einem Glas Wasser“, meint Sterling.

Bei Hochwasser, während der Regenzeit, verändert sich die Region vollständig. Die Ufer werden weithin überschwemmt und der Dschungel steht metertief im Wasser. Allerdings setzt die Regenzeit in diesem riesigen Gebiet zu ganz unterschiedlichen Zeiten ein, denn das Gebiet ist klimatisch nicht einheitlich. Doch überall gibt
es viel Niederschlag, wenn auch zu verschiedenen Zeiten im Jahr. In den tiefer Gelegenen Gegenden bilden
sich Seen, die Várzea-Seen.

Quelle: Amazonas.de